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Wanderreportagen ABO

Das türkisblaue Auge

Bergseen in strahlendem Karibikblau mehren sich in jüngster Zeit im Dreiländereck Graubünden-Tirol-Lombardei. Warum, haben Forscher herausgefunden. Auf Spurensuche am Lago Vago am schweizerisch-italienischen Grenzkamm zwischen Livigno und Berninapass.
10.07.2026 • Text und Bilder: Iris Kürschner
Der Lago Vago sticht leuchtend blau aus der Landschaft. Rundherum das rot leuchtende, pyrithaltige Gestein. Unten im Tal der Passübergang Forcola di Livigno.

Wie Augen schauen Bergseen aus den Alpen heraus: Sie leuchten fast immer verführerisch, als hätte sich das Gebirge extra für die Wandernden zurechtgemacht. Mal sind es kleine, mal grosse Augen, von dunkelblau bis smaragdgrün schillernd, aus türkisfarbener Gletschermilch oder in karibischer Farbe, durchsichtig bis auf den Grund oder unergründlich und geheimnisvoll.

Manche dieser Seeaugen können sogar komplett ihre Farbe wechseln. Nicht etwa durch einen anderen Lichteinfall, sondern aufgrund von Klimaveränderungen: Das haben Forscher herausgefunden. Christoph Wanner ist einer von ihnen. Der Dozent am Institut für Geologie der Universität Bern widmet sich seit geraumer Zeit dem Phänomen, dass mehr und mehr Bergseen eine helle Farbe annehmen und Bäche bzw. deren Steine schneeweiss werden.

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